Donnerstag, 2. Oktober 2008

Futur Grubenschnitzel

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1 Kommentar:

Schnitzel Freud hat gesagt…

Unser Chemie-LK. Eine merkwürdige Zusammensetzung aus anfangs 13, am Ende 11 nicht zusammenpassenden Leuten. Auch zwei Jahre gemeinsamen Unterrichts ließen kein tief freundschaftliches Verbundenheitsgefühl erwachsen.
Dafür lernt man in fünf Wochenstunden ausreichend die vordergründigen Macken einer jeden Person kennen und (hass-)lieben.
Auffällig ist an unserem Kurs die Spaltung in drei Teile.

Zum einen ist dort die Mobbingfront, bestehend aus Jörgi, Nadi, Vicky, Alena und seit kurzem auch Simone.
Eine Mobbingfront wäre natürlich nix ohne Mobbingopfer, die sich schnell in Cora und Wiebke alias Schnitzel finden ließen.
Zum dritten sind dort die „Neutralen“, die sich zwar nicht aktiv am lästern beteiligen, im „stillen“ aber genauso fies drauf sind wie wir…

Zu Cora. Das Auffälligste an ihr ist wohl ihr extravagantes Meldeverhalten (Zwei Finger!!). Außerdem hat sie mit Wiebke das unangefochtene Monopol für die blödesten Fragen. Beispiel ABI-Klausur: „Ähm, wo soll ich die Messwerte jetzt verwenden?“ - Kurs: „Eventuell bei der Auswertung, so wie immer?“; außerdem fehlte sie in 13.2 ständig wegen etwaiger Vorstellungsgespräche.

Ja, ja, die Wiebke. Großes Pech für sie, dass irgendjemand aus dem Kurs (wahrscheinlich Nadi) ihren alten Unterstufen-Spitznamen herausgefunden hat. Seitdem nennen wir sie kaum noch anders. Ständigen Anlass zum Lästern bot uns auch noch Schnitzels Linkshänderdasein - ach nein, sie ist ja beidhändig!! Extrawürste wie Linkshändertage und Linkshänderblock wurden eiskalt von uns niedergemacht. Sogar Dr. Bö ließ sich des öfteren zum Mobben einspannen („Linkshänderblock? Ist das sowas wie ‘ne Linkshändertasse?“). Ferner neigt Schnitzel dazu, sich ihre Fragen an den Lehrer selbst zu beantworten (Übliche Einleitung: “Ich bin mir nicht sicher, ob ich dass richtig verstanden habe…ist das so, dass…“). Positiv lässt sich anmerken, dass sie immer freundlich zu allen ist und immer lächelt (egal, was für Sachen wir ihr auch reinwürgen!).

Einer von Nadis häufigsten Sätzen ist wohl „Ich bin verwirrt.“ Dann wirft sie auch mal gerne mit (meist medizinischen) Fremdwörtern um sich, was ihr manchmal (zu Unrecht!) den Vorwurf der Klugscheißerei einbringt. (Zitat Nadi: „Schreib doch über mich, dass sich jeder über meine Klugscheißerei mokiert!“). Gleichzeitig ist sie wohl die Boshafteste von uns Mobbern…

Jörgi ist meistens super-fröhlich und vermag sein spitzbübisches Naturell besonders bei Versuchen kaum zu bändigen. Permanent muss Martin unter seinen Spritzflaschenattacken leiden und Herr Dr. Bö zerbrochene Reagenzgläser in Kauf nehmen (Zitat Dr. Bö: „Jörg, du Kamel!“) Außerdem liebt er es, seine Tischnachbarin Vicky mit Strichen zu versehen und trotz giftiger Chemierückstände im Unterricht zu essen („Dann weiß ich wenigstens, dass ich mit vollem Magen gestorben bin.“). Zuweilen beeindruckt er die Mädels durch seine Machosprüche („Weißt du, warum dir so kalt ist? Weil ich so cool bin…“)

Vicky kann genauso viele Striche austeilen, wie sie einstecken muss. Ihr Kennzeichen ist das wohl lauteste, schamloseste und schadenfroheste Lachen des ganzen Kurses. Bei Versuchen glänzt sie mit ihrer moralischen Unterstützung für die Kleingruppe („Nö, mach’ du mal, ich hab’ nicht so eine ruhige Hand. Ihr macht das gut so!!“)

Alena glänzt dagegen mit ihrer Arbeitsmoral. Vor einer durchzechten Nacht nimmt sie es sich wenigstens fest vor, zum Unterricht zu kommen. Leider reicht der gute Wille allein nicht und Herr Dr. Bö würdigte ihre Fehlstunden mit Punktabzug in der mündlichen Note (einmal mehr Einsatz für Vickys schadenfrohes Lachen). Der festen Überzeugung folgend, dass man in der ersten Reihe besser aufpassen kann, ertrug Alena es geschlagene zwei Jahre als Einzelkämpferin an der Front. Ihre Konzentrationsfähigkeit sank mit jeder weiteren Stunde neben Cora und Wiebke und sie musste aufpassen, dass Wiebke ihre Grimassen nicht aus dem Augenwinkel wahrnahm.

Simone hat wohl die heftigste Entwicklung durchgemacht. Sie verwandelte sich vom ruhigen, netten Mädel zum Meistermobber („Cora, du nervst!“) und passte sich damit positiv an das Kursklima an. Außerdem hat es den Anschein, sie lebte in einer anderen Zeitdimension, denn sie kann schneller reden als denken und als wir zuhören können. Oft neigt sie dazu, den ganzen Kurs durch ihre übertriebene Ängstlichkeit in Bezug auf Klausuren verrückt zu machen. Ironie des Schicksals, dass gerade sie sich kurz vorm Abi den Finger brach und nun einen weiteren Monat Todesqualen durchleiden muss.

Dank Simone hat sich folgendes Gegensatzgefüge ergeben:
Dr. Bö
Simone Schnitzel, Cora, Alena

Vicky, Jörgi, Nadi

Zu den Neutralen. Anna U. hat wohl die ordentlichste Mappe des ganzen Kurses. Im Verlauf des zweiten Halbjahres setzte sie sich von Nadi weg, was den Kurs zu fiesen Spekulationen auf Kosten Nadis anregte. Aber sie wurde wohl auch nur von dem Gerücht angezogen, dass es sich direkt vor dem Lehrer besser lernen ließe. Auf jeden Fall hat sie das gemeinsame Leiden während der Facharbeit, Tutorenfahrt und zwei Jahre Bio- Schulze eng mit Nadi zusammengeschweißt.

Martin S. alias Pilo ist wohl der gemütlichste Mensch, den wir kennen. Seine bestechendsten Merkmale sind, dass er gern Siesta auf Tischen hält, Stühle zerlegt und mit Dragonballheftchen seinen Wortschatz erweitert. (Vickys persönlicher Favorit: „Zosch!“). Seine Frisur (besonders der akribisch gezogene Scheitel) wird regelmäßig von Jörgi verwuschelt.

Da sich Daniela S. und Yvonne M. vorzeitig von uns verabschiedeten (an dieser Stelle einen lieben Gruß!!), bleibt nur noch unsere Kleinste, Anna Bü. Sie lässt sich von dem „dezenten“ Gähnen ihres Tischnachbarn Pilo nicht anstecken und vertreibt sich die Chemiestunde am liebsten mit den Entwerfen von kniffligen Karopapiermustern in bunt und schwarz-weiß. Das, was sie deswegen vom Unterricht verpasst, lässt sie sich später von ihrem Super-Cousin erklären. Außerdem dopt sie sich täglich mit Twix-Riegeln.

Aber nun sollten wir uns endlich unserem Lehrer zuwenden!
Eigentlich gibt es fast nur Gutes zu berichten. Er besticht vor allem durch seine stoische Ruhe und Gelassenheit, seine genaue Unterrichtsplanung und seinen Willen, den dummen Schülern alle Fragen zu beantworten. Alles wichtige schreibt er an die Tafel (außer Versuchsaufbauten!) und gibt nur äußerst selten Hausaufgaben. Dafür sollten wir nur das Gemachte zu Hause wiederholen, was natürlich kaum jemand tat. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass unser Chemieverständnis proportional zu unserer Motivation abnahm. Irgendwann kapierte man keine Stunde mehr und das Verständnis kam erst nach vielen Fragen und Tagen des mühevollen privaten Erarbeitens.
Erinnern wir uns z.B. an das Atomorbital oder den Welle-Teilchen-Dualismus! Dr. Bös Beispiel von der Gitarrensaite haben wir immer noch nicht kapiert…Ja, ja, Dr. Bö schien seinen unfähigen Schülern nur allzu oft einige wichtige Zwischenschritte zu überspringen. Das Gefühl, sich komplett verwählt zu haben, verließ uns nur selten.
Aber geschafft haben wir’s (hoffentlich) trotzdem. Die Klausuren waren immer fair und (nach der Nachbesprechung) fast schon einfach. Außerdem hatte man vor allem in der Langzeitklausur viel Zeit zum Fehler machen und wieder korrigieren. Die Klausuren gab es schon nach wenigen Tagen zurück, wofür unser Lehrer schon mal Nachtschichten einlegte, um den Mist vom Tisch zu haben. Neidische Blicke unter anderem von den Schulze-LKlern blieben da nicht aus!
Besonders Mo.7./8. Stunde lockerte Herr Dr. Bö den Unterricht durch viele (Schüler-)Versuche auf, wobei jedesmal ein wilder Kampf um die wenigen blauen Brillen entbrannte. Außerdem unterhielt er uns bisweilen mit Anekdötchen aus Abi-/Studien- und Bundeswehrzeit und erwies sich als unermüdlicher Rächer der unterdrückten Frostbeulen im Heizungskampf. Der Hausmeister hielt es nämlich nie für nötig, unseren Raum bei 0° Außentemperatur für eine 7./8. Stunde noch zu heizen. („Die Heizung ist schon wieder aus! Da hab’ ich auf dem Flur ganz schön rumgebölkt. Wenn ich auch sonst nichts beim Bund gelernt habe - das schon!!“).
Zahlreiche Kaffeespenden vor den Ferien, gar nicht selten totkomische, trockene Sprüche und Früher- Schluss-machen, wenn man mit dem Stoff durch war, machten uns unseren Dr. Bö noch sympathischer. Leider blieb es nur bei einem einzigen Kurstreffen im „Kamin“ - es hätte sich wirklich gelohnt, mehr Zeit mit Kurs und Lehrer außerhalb des Unterrichts zu verbringen.
So vergingen zwei zwar oft deprimierende, aber auch irgendwie schöne Jahre mit Reaktionsmechanismen, Reaktionskinetik, Massenwirkungsgesetz und v.a. der Facharbeit in 12.2. Die Themen und begleitenden Versuche, die Dr. Bö ausgesucht hatte, waren durchweg interessant und irgendwie spannend. Wenn so mancher auch sehr an seinem Thema zu knabbern hatte und auch die Ergebnisse nicht so gut wie (von den Schülern) erwartet waren.
Auch die Abi-Klausur war dann sehr fair, auch wenn man sich sehr ärgerte, Wochen umsonst für das in zwei Tagen lernbare Thema aufgewand zu haben!
Kurz vorm Schluss bleibt noch, Herrn Dr. Bö im Namen aller für zwei schöne, lehrreiche und spaßige Jahre zu danken!

P.S: Bemerkenswert ist wohl noch das „Tafelpunktspielchen“. Herr Dr. Bö ließ nämlich denjenigen, der zu spät kam, einmal Tafelputzen „gewinnen“. So kam es, dass so manches Mal ein Wettrennen nach der Pause veranstaltet und jeder Nachzügler besonders hämisch ausgelacht wurde. Besonders Jörg lief zu Höchstleistungen auf und überholte die verzweifelte Simone so manches Mal noch auf der Türschwelle.
Hier die Gewinnerliste, akribisch geführt durch Pilo:

1. Unangefochten Martin S. mit 18 Malen ( v.a., seitdem die Raucherlinie wieder eingeführt wurde)
2. Simone 12 Mal (Kommentar Dr. Bö: „Die Kontinentaldrift lässt Steinwedel immer weiter von Lehrte abtreiben:“)
3. 11 Mal Alena (Sie kam sogar in der letzten Stunde vor dem Abi zu spät und putzte trotzdem nicht die Tafel [Sorry, vergessen])
4. 7 Male Jörgi (Holte am Ende sehr auf - war halt nicht von seiner Wiebke zu trennen.)
5. 6 Mal Anna U.
6. 4 Mal Vicky (wobei ich überzeugt bin, max. 2mal gewonnen zu haben!)
7. Schnitzel, Anna B., Nadi je 2 Mal
8. Cora 1 Mal (kein Wunder, sie war ja kaum da)