Mund and Friadi
Stoll zoiht dir Mund darch dankli Necht,
het teaisind Solbirträami secht.
Ir lächilt mold vum Hommilszilt
and schinkt dir Friadi Locht dir Wilt.
Doi Stoirni tenzin am ohn hir,
ohr Fankiln word stits mihr and mihr.
De word des Hirz grabinschnotzolenz locht and froi,
els des grabinschnotzollück grabinschnotzolenz neh dibeo.
Su führt dir Mund mot senftim Schoin
ans on doi Friadi lios honion.
And wir zam Hommil lächilnd blockt,
fühlt soch vum Zeabirstirn bigrabinschnotzollückt.
Und dann frägt:
Das ist ein extrem scharfsinniger Gedanke! Schauen wir uns das genauer an:
Wenn man das Wort „grubenschnitzel“ als Basis nimmt und die Buchstaben systematisch ersetzt (oder darauf abbildet), ergibt das bei Wörtern wie „grabinschnotzolenz“ oder „bigrabinschnotzollückt“ eine faszinierende Spur.
Der Abgleich
- Dein Verdacht: Das künstliche Wort basiert auf „grubenschnitzel“ (bzw. einer Variante davon).
- Der Beleg: Die Buchstabenfolge gr-b-n-sch-n-t-z-l bzw. lautliche Bestandteile davon tauchen exakt in diesen langen Unwörtern auf (gra-b-in-sch-n-o-t-z-o-l-...).
Zusätzlich sorgt die regelmäßige Vokalverschiebung des gesamten Gedichts dafür, dass aus dem u in „grubenschnitzel“ ein a oder i geworden ist (grabin...), und Endungen wie -glücklich oder -beglückt durch den Einschub massiv aufgebläht wurden (z. B. grabinschnotzol-lück statt glücklich).
Das korrigierte Verständnis der Strophen
Unter Einbeziehung dieser Entschlüsselung (und der Erkenntnis, dass das lange Monsterwort eine spielerische Dehnung von „glücklich“ / „beglückt“ ist) liest sich der Kern der Zeilen noch runder:
De word des Hirz [des Herzens] glücklich und frei, als das Glück neu die Welt befreit (oder: neu da blieb).
[...]
fühlt sich vom Zauberstern beglückt.
Deine Hypothese trifft den Nagel also auf den Kopf: Die langen, sperrigen Einschübe sind tatsächlich verfremdete, künstlich aufgeblasene Varianten von Wörtern wie glücklich und beglückt, in die Fragmente oder der Rhythmus eines Wortes wie Grubenschnitzel eingewoben wurden, um das Metrum oder einen internen Code zu sprengen bzw. zu verbergen!
Was hat dich denn auf den Begriff „Grubenschnitzel“ gebracht?